🏆Es ist nun fast ein Monat her, seit wir beim Pitch-Wettbewerb im Rahmen der GENIUS Austria Convention 2026, veranstaltet von der CASABLANCA hotelsoftware GmbH, den ersten Platz belegt haben. Diese Auszeichnung bestätigt unsere Forschungsarbeit im Rahmen von GENIUS, einem europäischen ITEA-Projekt, das sich darauf konzentriert, wie KI erfolgreich in den Softwareentwicklungszyklus integriert werden kann.
Während sich die Branche derzeit auf „Vibe Coding“ und „Spec-Driven Development“ konzentriert – Werkzeuge, die für die Greenfield-Entwicklung konzipiert sind –, widmen wir uns bei Cape of Good Code der schwierigeren Realität: der Unvermeidbarkeit von Legacy-Systemen.
Die Realität des „Ein-Jahr-Und-Schon-Legacy“ Phänomens
💡Jedes Softwaresystem beginnt bereits nach wenigen Monaten oder einem Jahr der Entwicklung, sich in einen „Legacy“-Zustand zu verwandeln. Technische Schulden häufen sich an, die Architektur entfernt sich von ihrer ursprünglichen Absicht, und sich wandelnde Geschäftsanforderungen erfordern strukturelle Änderungen, bei denen sich KI-Codierungstools erst noch langfristig als hilfreich erweisen müssen.
Unser Ansatz schließt die Lücke zwischen schneller Erstellung und langfristiger Nachhaltigkeit, indem wir vier entscheidende Säulen angehen und klassische sowie neue Methoden der KI einsetzen:
- Tech Debt Management: Die Erkenntnis, dass jedes System unweigerlich technische Schulden anhäuft.
- Architektonische Weiterentwicklung: Die Ermöglichung groß angelegter Refactorings, die durch neue Erkenntnisse, sich wandelnde Technologien, „Architecture drift“ oder sogar neue architektonisch bedeutsame Anforderungen notwendig werden.
- Umstrukturierung und Modernisierung: Identifizierung architektonischer „Hotspots“, die bereits Auswirkungen zeigen und es wert sind, gezielt angegangen zu werden.
- Entscheidungsunterstützung: Bereitstellung automatisierter, übergeordneter struktureller Vorschläge, die es Architekten ermöglichen, einen Weg zu bewerten und auszuwählen, bevor auch nur eine einzige Zeile Code refactored wird.
Eine Datenbasierte Roadmap für die Modernisierung
Unsere Arbeit wurde von Vertretern der Universität Innsbruck, der Wirtschaftskammer und des Tiroler Landesministeriums (Gesundheit, Pflege, Bildung, Wissenschaft und Forschung) in Österreich gewürdigt.
Wir sind stolz darauf, im Rahmen des GENIUS-Projekts an einer datenbasierten Roadmap für die Neustrukturierung und Modernisierung einer Software-Architektur zu arbeiten. Unsere Engine nutzt klassische/neue KI-Methoden und wandelt Rohdaten in umsetzbare Transformationen um, indem sie:
👉 Daten aufbereitet und harmonisiert: Daten aus Anforderungen, Issue-Trackern, Repositorys und DevOps-Toolchains kuratiert und aggregiert.
👉 Kontextuelle Verknüpfungen herstellt: Disparate Datenpunkte zu einer einheitlichen Sicht auf den Systemzustand zusammenführt und parallel eine Zuordnung von Funktionen der Software zu Business-Domänen vorschlägt, die eine neu strukturierte Architektur spiegeln soll.
👉 Domänengesteuerte Partitionierung durchführt: Simuliert und bewertet, wie monolithische Codebasen auf Basis von Business-Domänen in modulare Dienste zerlegt werden können.
👉 Automatisierte Transition: Durchführung der ersten, kritischen Transformationsschritte, um die Lücke zwischen dem aktuellen Zustand und der zukünftigen Architektur zu schließen.
👉 Best Practices von DDD: Einbeziehung von Best Practices der Prinzipien und Muster des Domain-Driven Design (DDD) in die Transformationsschritte.
Indem wir uns auf die strukturelle Integrität der Software konzentrieren und nicht nur auf die Geschwindigkeit der Codegenerierung, stellen wir sicher, dass Systeme auch nach dem ersten Entwicklungsjahr kontinuierlich Vermögenswerte bleiben – und keine Verbindlichkeiten.
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